0:0 im Relegationshinspiel - Volksfest am Senner Waldbad

(sm) Über 1000 Zuschauer sahen am gestrigen Donnerstagabend das Hinspiel in der Relegation zur Bezirksliga zwischen dem heimischen Waldbadexpress und der Mannschaft vom SC GW Espeln. Nach dem 0:0 wird sich am kommenden Pfingstmontag in Espeln das Schicksal der beiden Teams entscheiden.

Senner Spieler nehmen während der Ruhe vor dem Sturm das eigene Grün unter die Lupe
Senner Spieler nehmen während der Ruhe vor dem Sturm das eigene Grün unter die Lupe

Dieser Spielbericht wird nur kurz und knapp ausfallen, da sich seit dem vergangenen Sonntag nicht allzuviel geändert hat. Der Mannschaft ist klar, welche Möglichkeit sie hat und muss daran keinesfalls mehr erinnert werden. Lediglich einige Beobachtungen möchte ich aus meiner beiläufigen Perspektive teilen.

Der Chefcoach vom Waldbadexpress hatte alle über den Saisonverlauf Aktiven dazu eingeladen, zum Kader der Mannschaft für dieses historische Erlebnis im eigenen Stadion zu gehören. Mike Wahsner ermöglichte somit allen Senner Kickern die Chance, einmal vor ganz großem Publikum aufzutreten.

 

Die Senner Elf zeigte sich zum Auftritt vom vergangenen Sonntag nur minimal verändert, Kapitän Michel Dennin rückte wieder auf die angestammte Position, während Florian Helmke auf die Stürmerposition verschob.

Als dann um kurz vor sieben die Mannschaften zusammen mit den Senner Bambinis und Minikicker einmarschierten, bot sich dem Kreisliga gewohnten Auge eine phänomenale Szenerie. Vor dem Eingang warteten noch gut 150 Zuschauer auf den Einlass, während das weite Runde des Waldbades schon mehr als gut besucht war.

Da fußballerisch aus Senner Sicht nicht viel zu beanstanden war und der Platz sich wohl im Saisonbestzustand befand, hatte ich persönlich aus meiner inzwischen langjährigen Kenntnis des Senner Fußballs eigentlich nur eine zentrale sportliche Sorge: Hoffentlich kommen die Jungs mit ihrer Nervosität klar! Es ist schon für die zahlreichen jungen und ganz jungen Menschen eine außergewöhnliche mentale Belastung, zum einen, um so etwas grandioses, wie einen Bezitksligaaufstieg zu spielen, und das auch noch vor einer Rekordkulisse jenseits der 1000 Zuschauer. Insgesamt wäre daher wohl statt aktivierender -zeitgenössischer- (so möchte ich den Lärm, den die Jungs so vor dem Spiel hören;-) Musik, wohl eher eine Minisession Progressiver Muskelrelaxation das Mittel der Wahl gewesen, um die Anspannung und Nervosität zu überwinden.

 

Diese wurde nämlich über die gesamte Spieldauer hinweg immer wieder sehr deutlich. Die Senner Elf mühte sich bei hochsommerlichen Temperaturen in einem kampfbetonten Spiel vorbildlich ab, es war aber eine ganz schwere Nuss, die die Senner da zu knacken hatten, zumal die Gäste aus Espeln die typischen Senner Ballverluste im Mittelfeld immer wieder für eigene überfallsartige Konterszenen nutzten. Es kam auf beiden Seiten immer wieder zu vielen kleinen technischen Unsauberkeiten, Senne agierte viel mit weiten Bällen, die Gäste erarbeiteten sich zahlreiche Standardsituationen in der Senner Hälfte, aus einer dieser Möglichkeiten resultierte auch die größte Chance der Paderborner, aber der Angreifer kam bei dem lang hineinfliegenden Ball zu spät.

Die größten Senner Chancen hatten neben einigen Halbchancen die Brüder Neundorf, aber Tim Neundorf wählte nach fünf Minuten alleine vor dem Torwart das ungenaue Abspiel auf den einlaufenden Matthes Schwabedissen anstatt den Abschluss zu suchen und Tobis Neundorf versuchte aus spitzem Winkel den Torwart per Heber zu überwinden, anstatt den hereinpreschenden Mitspieler zu bedienen.

Ansonsten verteidigten die Gäste bravourös und ließen gegen die Waldbadkicker nicht viel mehr zu, als den von Malte Gruner schön getretenen Freistoß kurz vor Schluss, sowie einige Kopfbälle, die aber letzten Endes zu unplatziert auf das Gehäuse kamen.

 

Unter dem Strich kamen zahlreiche Senner Leistungsträger, sicherlich den Umständen geschuldet, nur ganz schwer ins Spiel und mussten sich dann regelrecht hineinkämpfen. Vom Wollen, der Laufbereitschaft und der gesamten Einstellung über 90 Minuten, konnte man der Senner Mannschaft wahrlich keine Vorwürfe machen, sie hat sich mit der "Nullnummer" alle Chancen offen gehalten.

 

Zwei Dinge, die aus Senner Perspektive die nun bevorstehende Aufgabe in Espeln einfacher machen könnten:

1.) Interessanterweise hat der Waldbadexpress seine überragenden Leistungen zuletzt allesamt in der Fremde gezeigt. Zwar ist man insgesamt mit einer brillianten Heimbilanz durch die Saison gegangen, die richtig guten Performances gelangen aber stets bei Auswärtsspielen.

2.) Die Heimspielatmosphäre soll zwar grundsätzlich beflügeln, es ist aber schon ein Unterschied, wenn man dann plötzlich vor so großer Kulisse im Schwerpunkt bekannter und befreundeter Leute spielt, denen man vielleicht oben drein noch etwas beweisen möchte.

 

Daher kann die Senner Mannschaft im nun folgenden Auswärtsspiel in Paderborn einzig auf sich schauen. Natürlich geht es nach wie vor um sehr viel, aber hej, es ist bis jetzt sowieso schon der pure Wahnsinn, was der A-Liga Aufsteiger in diesem Jahr angestellt hat. Also Jungs, klar gehört eine gewissen Anspannung dazu, alles andere wäre fatal, aber nun gilt es genau den Bereich der psychischen Balance zu finden, in dem eine Topleistung möglich ist. Und wenn am Ende alles nicht klappt, dann steht unter dem Strich dennoch die wohl beste Leistung eines Aufsteigers in der Bielefelder Kreisliga A seit langem.

 

Das größte Dankeschön geht an dieser Stelle aber an die zahlreichen Helfer, die innerhalb von drei Tagen eine unglaubliche logistische Leistung erbracht haben.

An allererster Stelle möchte ich hier die Dritte Mannschaft des TuS 08 Senne I nennen und hervorheben! Jungs, Euer Einsatz für den Verein war mehr als vorbildlich! Ihr habt in der Stunde, als wir vom Vorstand Euch brauchten und der Hilferuf erging, nicht eine Sekunde gezögert und wir hatten bereits am Montag Abend alleine aus Euren Reihen eine ganze Mannschaft von Helfern. Ihr habt der Ersten Mannschaft damit einen unglaublich loyalen Dienst erwiesen, und dazu beigetragen, dass die Jungs ein Erlebnis genießen durften, an das sie immer wieder zurückdenken werden.

Ich bin dafür bekannt, gewissen Wertvorstellungen für das soziale Miteinander zu haben, Ihr seid der Beweis dafür, das es noch andere Leute gibt, die das teilen!

Dank aber auch an all' die anderen, die als Kassierer, Wurstbräter, Getränkeverkäufer, Parklotsen, Ordner, Schiedsrichterbetreuer, Einlaufkinder und Fahnenschwenker tätig war. Ihr habt dazu beigetragen, dass der kleine TuS 08 einmal mehr auf ganz großer Bühne ein hervorragendes Bild abgegeben hat.

 

Zu guter Letzt das Sonderlob an den "Präsi", Lars Herrmann, der die auftretenden Nachschubprobleme durch "Anpacken" und blitzschnelle Eigeninitiative innerhalb von 20 Minuten gelöst hat. Ganz stark, Lars!

 

Danke, Danke, Danke! 

 

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